Archäologie und Paläontologie

Ausgrabung der byzantinischen Stadt Androna / al-Andarin in Syrien

Al Andarin, das antike Androna, liegt inmitten der syrischen Wüstensteppe und wird bereits im 3. Jahrhundert n. Chr. in zeitgenössischen Schriften erwähnt.

Die byzantinische Siedlung mit einer Größe von ca. 160 Hektar wird von einem äußeren Mauerring begrenzt, ein innerer Mauerring anderer Bauart ist in Teilen vorhanden. Innerhalb des äußeren Mauerrings finden sich verschiedene öffentliche Gebäude (11 Kirchen, Militärbau, Bäder) sowie zahlreiche Hausbauten unter Sandverwehungen.

Nach einer geodätischen Survey im Jahre 1997 werden seit 1998 internationale Grabungsarbeiten (ein syrisches Team, ein Team der Universität Oxford sowie ein deutsches Team unter der Leitung von Prof. Dr. Christine Strube) durchgeführt.

Ziel der Vermessungsarbeiten ist – neben einer Erfassung und Kartierung des Oberflächenbefundes – vorrangig die Einmessung der Geländeformen (DGM).

3D-Dokumentation der Tell Halaf Austellung

Konservierung der Sonderaustellung mittels terrestischem Laserscanner. Flug durch den „Palast des Kapara“ mit Übergang zur großen Grabfigur.

Dokumentation der Fossilfundstätte Höwenegg

Die Dinosaurierspuren von Münchehagen

Im August 2004 wurden in einem Steinbruch in Münchehagen dreizehige Spuren von Dinosaurieren gefunden – 140 Millionen Jahre alte „Zeugnisse“ iguanodontider Dinosaurier! Nach Freilegung wurde schnell klar, daß es sich dabei um die weltweit längste jemals gefundene Spur eines Iguanodon (Ornithopode) handelt. Dem nicht genug – bei der weiteren Suche kam Anfang Oktober 2005 auch noch der kleinste weltweit gefundene Fußabdruck eines Iguanodon zum Vorschein – ein „Baby“ gewissermaßen.

Neben den überwiegend vorkommenden Spuren der pflanzenfressenden Dinosaurier treten auch Spuren etwas kleinerer, fleischfressender Dinosaurier auf. Da mit weiteren Spuren gerechnet wird arbeiten das Niedersächsische Landesmuseum Hannover, der Steinbruchbetreiber Wesling sowie der naheliegende Dinopark Münchehagen gemeinsam an der Freilegung der Spuren.

Nach exakter vermessungstechnischer Dokumentation der momentanen Fundsituation für wissenschaftliche Auswertungen geht es in naher Zukunft an die Freilegung hoffentlich weiterer Spuren.

Ausgrabung am Siedlungshügel Tell Halaf / Guzana in Syrien

Im Jahre 1899 führte der aus einer reichen Bankiersfamilie stammende deutsche Diplomat und Privatgelehrte Max Freiherr von Oppenheim erstmals Schürfungen auf dem Tell Halaf (dem aramäischen Guzana) in Syrien durch, einem der bekanntesten Siedlungshügel Vorderasiens. Die Hauptgrabung erfolgte nach umfangreichen Vorbereitungen in den Jahren 1911 bis 1913, eine weitere kurze Kampagne folgte 1929.

Dabei brachte er eine große Anzahl bedeutender Bildwerke aus dem 1. Jahrtausend v.Chr. zutage, darunter drei als Säulen dienende Monumentalstatuen von Göttern, deren Nachbildung heute den Eingang zum Nationalmuseum in Aleppo ziert. Der Tell Halaf ist zudem namengebender Fundort einer wichtigen prähistorischen Kultur Nordmesopotamiens (ca. 6000 – 5300 v. Chr.) – der sog. „Halaf-Zeit“.

Die Bildwerke, die Max von Oppenheim ausgegraben hatte und welche er nach einer Fundteilung ab 1929 nach Berlin überführen konnte, wurden in einer ehemaligen Fabrikhalle ausgestellt. Durch eine Brandbombe wurde das Museum 1944 zerstört, die Bildwerke zerbarsten und galten nach dem Krieg als verschollen. Bis man sie nach der Wende im Keller des Pergamonmuseums wiederfand und die mehr als 27.000 Bruchstücke in jahrelanger und liebevoller Kleinarbeit wieder restaurierte. Von Januar bis August 2011 wurde den „wieder auferstandenen“ Bildwerken sowie Max von Oppenheim eine Sonderausstellung im Pergamonmuseum in Berlin gewidmet.

Seit 2009 wird die im Jahre 2006 vom Vorderasiatischen Museum Berlin, den Universitäten Halle und Tübingen sowie der syrischen Altertumsverwaltung wieder aufgenommenen Grabung durch unser Büro vermessungstechnisch betreut. Neben den grabungsbegleitenden Vermessungsaufgaben zur Unterstützung der täglichen archäologischen Feldarbeit ist eine Aufgabenstellung die Überführung der alten Grabungspläne in ein neues UTM-Koordinatensystem, welches in den Jahren 2006/7 von der FH Karlsruhe eingerichtet wurde. Je weiter die als Langzeitprojekt angelegte Grabung fortschreitet, desto sicherer werden die Ergebnisse dieser Überführung.